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Winterliches Spazieren

Hey, good to see you again. Sit back, kick your shoes off and enjoy the story.

Wintry cold / manzaneda

Wintry cold / manzaneda

Es herrschte eine Kälte, als ich ging. Klirrende Kälte. Der Wind biss mir wie mit kleinen Eiszähnen in meine Haut und schnitt durch meine Thermohose, als ob sie nur ein Seidenpyjama wäre. Ich zitterte und hielt meine Jacke noch enger um mich. Sogar meine ultradicke Hightech-Daunenjacke bot dieser Kälte keinen Widerstand, da sie unglücklicherweise nicht meinen ganzen Körper umhüllen konnte. Es gab keine Möglichkeit, alles von mir auf einmal zu schützen; ein Teil war dem Frost stets ausgesetzt. Es war fünf Uhr am Nachmittag und bereits stockdunkel da draußen.

Der Winter war nun da. Es war kalt, dunkel und einsam.

Ich wischte mir eine Träne von der Wange. Der arktische Wind wirbelte um meine Beine, täuschte Zärtlichkeit vor und versuchte, mich zu einem todbringenden winterlichen Tänzchen zu verführen. „Komm mit mir, in die Wälder“, schien er zu säuseln. „Wir zwei können zwischen den Bäumen spielen.“ Sein eisiger Atem umspielte meinen Nacken und zerrte mich sehnsüchtig zum tiefen, schwarzen Wald.

Ich zog meine Wollmütze noch weiter über meine Ohren, um seine Worte zu dämpfen und ging weiter; ein Fuß nach dem anderen.

In der Entfernung konnte ich ein schwaches Licht erkennen. War das meine Küche? Ist es das, wohin ich gehen möchte?

Meine Füße trugen mich nun sicherer und ich ging schneller. Das verärgerte den Wind; Er zog an meiner Kleidung und wurmte sich, weil ich kein Interesse an seinem Spiel zeigte. Der Schnee wirbelte um mich, nahm mich in seine Arme und lud mich zum Ausruhen und Verweilen ein. Er wollte, dass ich es locker nahm und die Kälte akzeptierte.

Es herrschte Winter. Ich war allein, durchgefroren und müde.

Aber trotz des frostigen Winds und wirbelnden Schnees hielt ich meinen Blick auf das Licht vor mir gerichtet, ging, ein Fuß nach dem anderen, auf das Licht zu. Denn tief in mir wusste ich, dass jeder schwierige Weg einmal zu Ende ist und die Wärme der Küche wäre nicht so wohltuend, wenn man nicht zuvor von Kälte und Schnee gepeinigt worden wäre.

Fröhliches Spazieren,
Lisa

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6 comments to Winterliches Spazieren

  • Lawrence

    What a wonderful metaphor. I know that path, I’ve walked on it too.

    [Reply]

    Lisa Reply:

    Thanks, Lawrence. Haven’t we all walked there a few times?

    [Reply]

  • This story reminds me of a poem I wrote back in college. Of course, mine wasn’t nearly as lyrical or beautifully written as this. Nicely done.
    Michelle´s last blog ..Wildlife Spotting My ComLuv Profile

    [Reply]

    Lisa Reply:

    Hi Michelle,
    You are very kind with your words. This sort of a cold and lonely walk is very familiar to most of us. I’m glad you wrote your feelings down in a poem (which I’m sure was very lyrical, as you write very well) – writing seems to be a good way to work through and sort emotions – at least it is for me.

    [Reply]

  • Hi Lisa
    Your walk you described as cold, lonely and dark with an angry wind sounded to me like a lyrical picture of an amazing experience in which you arrived at the light.
    Oh, the power of how to receive words.
    Thank you Lisa as I desire to continue to receive words in another light, a more loving light.
    Wilma Ham´s last blog ..Only acceptance has you do things differently. My ComLuv Profile

    [Reply]

    Lisa Reply:

    It always remains the light that pulls us closer, isn’t it.

    [Reply]

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