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Cello Spielen

Hey, good to see you again. Sit back, kick your shoes off and enjoy the story.

Eine gute Freundin von mir spielt Cello, und das schon seit einigen Jahren. Seit damals ist es ein großer Teil ihres Lebens, viel Zeit mit dem Instrument zu verbringen.

Als sie an der Universität studierte, begann sie auch Cello zu erlernen, wofür sie auch sichtlich Talent hatte. Meine Freundin lernte schnell und verbrachte viel Zeit beim Üben schwieriger Stücke. 

Anfangs nahm sie noch regelmäßig Stunden, aber während der letzten Jahre, zwischen Arbeit und Familie eingespannt, hatte sie nicht mehr die Zeit oder das Geld gefunden, um guten Unterricht bekommen zu können. So spielte sie für sich selbst, um besser zu werden. Am liebsten übte sie vertrackte Passagen, die schnell zu spielen waren und ihr ein Gefühl von hohem Können gaben; es war schwierig, aber sie übte viel. Sie war jedes Mal mit stolz erfüllt, wenn sie komplizierte Stellen fertig bearbeitet hatte. Dies gab ihr ein Gefühl von hoher Leistung.

Eines Tages meldete sie sich aber wieder für regelmäßigen Unterricht an. Ihr Leben war gesetzter, die Arbeit im Büro verlief ruhiger und die Kinder waren alt genug, um ihren eigenen Interessen nachzugehen. Nun würde sie wieder ernsthaft an ihrer Musik arbeiten.

Ihr neuer Lehrer war ein talentierter junger Mann, der in vielen Orchestern spielte und dafür bekannt war, guten Unterricht zu erteilen. Er spielte wunderschön, das war sicher. Wir hatten ihn bei schon bei einigen Gelegenheiten gehört und er legte jedes Mal einen tadellosen Auftritt hin.

Vor ihrer ersten Stunde war sie sehr aufgeregt und nervös. Wochenlang hatte sie unerbittlich schwere Stücke auf Schnelligkeit geübt, um sich optimal vorzubereiten und den Lehrer damit zu beeindrucken.

Nach der besagten ersten Stunde trafen wir uns am Nachmittag, um gemeinsam Kaffee zu trinken. „Wie war’s?” fragte ich und machte es mir im Stuhl bequem, da ich einen langen Bericht erwartete. „Nun ja”, sagte sie, „es ist anders gelaufen, als ich dachte. Er hörte mir zu und war wirklich beeindruckt, wie weit ich es geschafft hatte, trotzdem es schon sehr lange her ist, dass ich regelmäßig unterrichtet worden war. Ach du meine Güte, ich habe wirklich viel geübt! Ich spielte die wirklich schwierigen Passagen sehr gut, obwohl ich so meine Probleme mit den Bogenwechseln hatte. Es fiel mir auch nicht so leicht, meine Finger immer kontrolliert auf das Griffbrett zu setzen und die Lagenwechsel langsam und sorgfältig zu machen. Er möchte von mir, dass ich langsam Tonleitern übe und die Finger der linken Hand sowie die Bogenführung mit einigen kleinen Übungen, die er mir gegeben hat, trainiere. Ich fühle mich wieder wie eine Anfängerin. Jetzt spiele ich wirklich schon lange, doch nun muss ich wieder zurück zur Basis. Er konnte sehen, dass ich darüber nicht sonderlich begeistert war. Ich freute mich schon auf die schwierigen Cello-Sonaten, die ich erhofft hatte bald zu spielen. Also setzte er sich zu mir und sagte, dass dies jetzt eine große Chance sei, zurückzugehen und wirklich gut zu spielen; meine Musik wirklich zu leben. Er verlangt von mir, die Tonleitern und Übungen mit Leben zu erfüllen. Wenn ich das geschafft habe, kann ich wieder zu den schweren Stücken zurückkehren. Aber dann konnte ich sie wirklich gut spielen.”

Ich dachte einen Augenblick darüber nach. Da steckt durchaus Wahrheit in der Aussage des Lehrers. Wenn man die Basis nicht verinnerlicht hat, kann man nie richtig gut spielen. Man wiederholt immer wieder die gleichen Fehler – ob es nun um ein Instrument geht oder um das eigene Leben.

Es geht um die kleinen Dinge – solche, die auf einem höheren Level nicht signifikant scheinen; und die machen oft das meiste aus.

Wenn man sich selbst ein Ziel setzt, dann geht es darum, sich um die Details zu kümmern und das, was man tut, auch zu leben. Sich die Zeit zu nehmen, um tiefer zu gehen und sich zu bemühen, eins mit seinen Zielen zu werden, öffnet eine ganz neue Welt an Erfahrungen und Verständnis, die einem sonst verborgen bleibt. Das einfache Erreichen des Ziels ist nicht ausschlaggebend, sondern das „wie” und wer man dadurch wird.

Im schnellen Tempo unserer Zeit, ebenso wie in schwereren Musikstücken, vergessen wir das. Stattdessen konzentrieren wir uns auf das Große, Spektakuläre und Augenfällige. Auf Dauer gesehen bedeutet das, dass wir kurz vor dem Erreichen unserer Ziele steckenbleiben.

Wenn etwas wert ist, gemacht zu werden, dann ist es auch wert, gut gemacht zu werden. Es ist ein wunderbares Ziel, Musik zu machen, aber wenn es gut gemacht werden soll, muss man es auch leben.

Fröhliches Musizieren
Lisa

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