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Winterfelder

Hey, good to see you again. Sit back, kick your shoes off and enjoy the story.

James 'Tre' Hayes

James 'Tre' Hayes

Mein Wagen schlingerte um die Kurve, als führe ich auf Seife, glitt elegant auf die linke, dann auf die rechte Seite. Ich bemühte mich, in meiner Fahrspur zu bleiben oder überhaupt auf meiner Seite der Straße. Ich war da nicht sehr wählerisch, aber überleben wollte ich schon. Zum Glück schien ich fast die Einzige da draußen zu sein, daher musste ich auf nur wenig Gegenverkehr achten. Dennoch herrschten für das Fahren keine einfachen Verhältnisse, also schob ich meine Brille näher an die Augen und richtete mich etwas auf. Im Rückspiegel konnte ich die Hunde im Kofferraum des Wagens sehen, wie sie vergnügt aus dem Fenster blickten und die Fahrt genossen. „Whee! Fast hätten wir diesen Verkehrsstempel mitgenommen!“. Sie hatten eine großartige Zeit.

Für mich war das aber weniger spaßig. Es schneite ziemlich stark und wir segelten durch ein Meer von festem Weiß. Die Scheibenwischer leisteten Überstunden und hatten es schwer, die Massen zu bewältigen; die weichen, nassen Flocken bedeckten die Windschutzscheibe zwischen den Wischern, sodass ich eine Art „Auf/Zu“-Sicht auf die Welt bekam. Das verschaffte mir ein ungutes Gefühl. Ich hätte mich besser gefühlt, wenn ich fähig gewesen wäre, permanent nach draußen sehen zu können; aber die Dinge waren nun einmal, wie sie waren und ich begnügte mich damit. Als ich den Stall verließ, realisierte ich gar nicht, wie viel es eigentlich schneite und jetzt wollte ich nur noch in einem Stück nach Hause kommen. Ich fühlte mich sogar mit meinem „4×4“ nicht sicher.

Während ich so die Straße entlangfuhr, hatte ich das Zeitgefühl total verloren. War es Vor- oder Nachmittag? Ich konnte mich nicht mehr erinnern. Es war eine zeitlose, eintönige Welt. Der schwere Himmel kaschierte das Vorbeiziehen der Zeit und gab kein Geheimnis preis, außer, dass es Tag war. Die Scheinwerfer der anderen Autos versuchten kraftlos, in die Trostlosigkeit zu durchschneiden, aber sowohl der Schnee als auch der Himmel ließen sich davon nicht beeindrucken; solch wirkungslose Vorrichtung gegen die farblose Kälte!

Der Schnee bedeckte Felder, die sich links und rechts der Straße zusammendrängten; gefrorene Wegstrecken, leblos. Sie duckten sich unter dem erbarmungslosen Himmel wie arktisches Ausdehnungsgebiet, erstickt und reglos unter dem erdrückenden Gewicht der Kälte.

Hier gab es nichts, nur riesige, lückenlose weiße Felder; öde und trostlos.

Langsam fuhr ich durch die Gegend und fühlte mich schwer und nicht willkommen. Der Schnee drückte auf den Wagen und mich herunter und ich konzentrierte mich auf den Rhythmus der Scheibenwischer; Welt, keine Welt, Welt, keine Welt. Ich wollte einfach nur zu Hause sein, um mich sicher und warm zu wissen.

Zwischen den Wischern konnte ich die Felder sehen; abweisend und kalt, kein Leben beherbergend, der Landschaft nichts schenkend. Felder, keine Felder, Felder, keine Felder. Alleine saß ich im Wagen – selbst die Hunde hatten ihre Köpfe hinter die Sitze gelegt. Diese Welt machte so keinen Spaß mehr.

Und dann vernahm ich auf der linken Seite einen eingefrorenen Maisstängel, der dem Schnee trotzig etwas entgegenhielt. Er stand zwischen den Schneeverwehungen, vergessen und aufgegeben; ein einsamer Wachposten. Als ich an ihm vorbeifuhr, schien er mir zuzuwinken: „Schau her, unter das Eis. Ich bin hier, ich warte.“
Er stand alleine als gefrorenes Zeugnis einer vergangenen Fruchtbarkeit des Landes. „Ich bin hier“, rief er. „Ich war es immer schon und ich werde es immer sein.“

Und langsam fuhr ich weiter, Felder, keine Felder, Felder, keine Felder; konzentrierte mich auf den Rhythmus der Scheibenwischer. Dies war eine gefährliche Fahrt. Es war kalt, frostig und glatt. Selbst ein „4×4“ war keine Garantie.

Aber nun fühlte ich mich nicht mehr ängstlich und einsam, weil ich mich daran erinnerte, dass der Frühling bereits unter Eis und Schnee wartete. Und im Rückspiegel konnte ich noch einmal die lächelnden Gesichter der Hunde sehen, als wir um die letzte Kurve glitten. Wir waren am Weg nach Hause.

Fröhliches Heimkehren,
Lisa

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