Vollgestopfte Schränke
Hey, good to see you again. Sit back, kick your shoes off and enjoy the story.
“Ich habe nichts anzuziehen! Ich kann das nicht glauben!”
Ich stapfte aus meinem Schlafzimmer und warf meinem Wandschrank zürnende Blicke zu, als ich vorbeiging. Ich hatte einen wichtigen Termin, aber nichts zum Anziehen. Wie frustrierend! Und noch dazu war es ein total wichtiger Termin. Ich war von einem großen Unternehmen in Wien eingeladen worden, meine Workshops vorzustellen und ich war nervös. Würde ich fähig sein, mich gut zu verkaufen? Würde ich die richtigen Worte finden? Je näher der Tag meiner Präsentation kam, desto nervöser wurde ich.
Das Gefühl von Zweifel hatte sich langsam in meinen Verstand eingeschlichen. Ich war mir meiner Selbst nicht mehr sicher und dieser Umstand irritierte mich sehr.
Ich ging in den Waschraum hinunter, um nachzusehen, ob ich da nicht etwas Passendes finden könnte. Da waren einige T-Shirts, ein paar Blusen, eine oder zwei Hosen, aber nichts Lustiges oder gar Aufregendes. Bloß alte Sachen, die hier unten mehr oder weniger wohnten, da sie schon lange nicht mehr getragen worden sind. Ihre Abwesenheit blieb einen Stock höher bis heute größtenteils unbemerkt.
Ich ging wieder hinauf, schnappte mir meinen Tee und schlenderte in mein Schlafzimmer zurück, um meinen Schrank erneut zu begutachten. Irgendetwas musste es doch geben, das ich anziehen konnte. Ich wollte etwas Seriöses und Geschäftliches haben, aber ja nicht zu konservativ. Etwas, das Offenheit suggerierte, aber eben nicht zu leger war.
Ein vertrautes Gefühl von Nervosität kroch meinen Rücken hoch, als ich an den Termin dachte. Verflucht! Ich dachte, dass ich schon vor vielen Jahren gelernt hatte, mit solch einer Thematik umzugehen! Aber dieser alte Zweifel an mir selbst, dieser Mangel an Selbstsicherheit, war offenbar noch immer vorhanden und hatte sich lediglich in meinem Hinterkopf versteckt. Und jetzt war es wieder erschienen und saß in der Mitte des Zimmers und beobachtete mich.
Hatte ich nicht schon an meinem Selbstbewusstsein gearbeitet? Hatte ich nicht schon längst konstruktivere Wege des Denkens gefunden? Dieses alte Problem des Selbstzweifels würde mir bei meinem Termin sicherlich nicht helfen. Ich musste einen Zugang zu produktiveren und unterstützenden Glaubenssätzen finden.
Ich riss die Schranktüren auf und stieß einen Haufen alter Pullover, die herauszufallen drohten, nach hinten. Ich griff in die Kleiderbügel, die wie Sardinen in einer Dose eingezwängt, nebeneinander hingen und nahm eine weiße Bluse mit schönen Stickereien am Ärmel heraus. Nö, diese passt mir nicht mehr. Ich versuchte, sie wieder hineinzuhängen, aber das klappte nicht. Also hängte ich sie auf die Rückseite der Tür. Ich könnte sie später einordnen, wenn ich mehr Zeit hätte.
Als Nächstes zog ich eine cremefarbene Bluse mit großen Aufschlägen hervor. Ach nein, diese entsprach nun wirklich nicht mehr meinem Stil und hängte sie zu der schönen weißen Bluse. Ich kramte ein wenig herum und zog fünf oder sechs verschiedene Blusen heraus. Aber ich lehnte sie nacheinander ab – passt nicht, falscher Stil, nicht mehr die richtige Farbe, nicht mehr zeitgemäß. Das würde schwierig werden. Ich kam alsbald zu den Hosen und hoffte, dort mehr Glück zu haben. Nach einigem Graben fand ich eine Hochbundhose (igitt), enge Lederjeans (nicht sehr businesslike) und Hosen von alten vergessenen Anzügen. Seufz.
Gab es hier drin nichts, das ich anziehen könnte? Das war schwierig zu beantworten, da der Kleiderschrank so voll war.
Wie frustrierend. Ich konnte nichts finden. Ich hatte recht nette Kleidung – das wusste ich, aber ich konnte sie nicht finden. Außerdem benötigte ich neue Kleider, aber ich hatte keinen Platz, wo ich sie hinhängen könnte. Ich hatte so viele alte Sachen aufbewahrt, dass ich nichts finden konnte. Zuerst musste ich das alte Zeug loswerden, bevor ich etwas Passendes finden oder etwas Neues kaufen konnte.
Wow, ich schätze, das ist wirklich wahr.
Ich musste die alte Kleidung zuerst loswerden, und die alten Glaubenssätze, bevor ich neue haben und benutzen konnte (und sie wirklich mein Eigen nennen konnte). Wenn der Kleiderschrank voll ist, werden Sie niemals etwas finden und Sie haben auch keinen Platz für Neues. Es bringt Ihnen nicht mehr Platz, wenn Sie nur die neuen Sachen über die alten stapeln. Alles wird nur zerknittert, schäbig und wird vergessen. Zuerst müssen Sie das Alte wegwerfen, bevor Sie Platz für Neues haben (und etwas finden können).
Alte Glaubensätze, genau wie alte Kleider, hängen in den Schränken Ihres Verstandes und bringen unsere Gedanken durcheinander. Wir können kaum positive Gedankenmuster, unterstützende Glaubenssätze oder schöne Hosen finden, wenn sie zu ang eingequetscht werden. Meine Selbstzweifel, genau wie meine alten Hochbundhosen, sind in den Ecken meines Verstandes herumgehangen und nun einem neuen, angemessenen (und flotteren) Selbstbewusstsein in die Quere gekommen. Ich musste jedes Teil herausnehmen, die Hosen und die Glaubenssätze, alles genau anschauen und entscheiden, ob sie es wert sind, weiter aufbewahrt zu werden. Es wäre leichter, passende Stücke für jeden erfolgreichen Termin zu finden, nachdem ich den Müll in den Schränken und im Verstand reduziert hatte.
Also, wenn Sie Ihre Schränke mit alten Kleidern und Ihren Verstand mit alten Glaubensätzen ein wenig zu überladen finden, dann machen Sie das, was ich mache – werfen Sie das Alte wirklich weg (und verstecken Sie es nicht bloß im hintersten Eck) und machen Sie Platz für Neues.
Fröhliches Entrümpeln,
Lisa
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Purge!!! This is so true! I’m working on this aspect of my life right now – cleaning the clutter and opening myself to new, bright things!
Michelle´s last blog ..Spotlight on ASD
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Lisa Reply:
February 3rd, 2010 at 6:02
Hi Mchelle,
Doesn’t it feel good? Spring (although maybe it’s not quite spring yet) is a great time for this. It seems that as the new life springs, we have an inner need to cleanse and purge ourselves (and our closets and drawers). But I really do believe that these ‘cluttered’ parts of our lives represent the ‘clutteredness’ in our minds. I know that if I’ve been collecting in my house, then I need to some spring-cleaning in my mind.
:-)
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Hi Lisa, another great metaphor. I kind of unclutter my mind a lot lately. I have acummulated a lot in my life and as most is invisible and hiding out at the back, it takes a while to finish that uncluttering.
But I agree that it feels good, although the funny bit is that just wiht some favorite clothes you want to hang ono, I still have some favorite beliefs that I think might come in handy later. They take a lot to let go off.
xox Wilma
Wilma Ham´s last blog ..Learning from experience to do things differently.
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Lisa Reply:
February 4th, 2010 at 6:22
Hi Wilma,
Yes, this topic of letting go seems to be central in my mind lately. I definately have many old belief systems that are cluttering my mind (not just pants). Why they are still there I cannot say. I do regular ‘cleaning’. Perhaps sometimes when we think that we have tossed something out, we really have just stuck it somewhere in the back and it might just pop out later again to haunt you. I think that regular cleaning is the ticket here. I think I need to inspect almost every belief I take into my hands before I ‘put it on’ in the morning (or whenever). Only then can I stay ontop of what I’m ‘wearing’ and really get those old things to the second hand shop.
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